ACHTUNG: Neue STIKO-Empfehlungen zur Impfung Schwangerer vom 18.05.2021

ACHTUNG: Neue STIKO-Empfehlungen zur Impfung Schwangerer vom 18.05.2021

ACHTUNG: Neue STIKO-Empfehlungen zur Impfung Schwangerer vom 18.05.2021 150 150 Praxis für Fertilität - Kinderwunsch- und EndometrioseZentrum Berlin

COVID-19-Impfung von Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch

Die führenden deutschen Fachgesellschaften (DGGG, BLFR, DBBEF, DGPGM, DGPM, DGRM, URZ, DVR, BVF) haben eine Stellungnahme zum aktuellen Stand der Forschung bei SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19 in der Schwangerschaft sowie COVID-19-Impfungen von Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch veröffentlicht



Die wichtigsten Aussagen hier in Kürze:

1. SARS-CoV-2-Infektionund COVID-19 in der Schwangerschaft:

  • Schwangere Frauen und Wöchnerinnen mit COVID-19-Infektion zeigen im Vergleich mit nicht-schwangeren Frauen seltener Symptome, haben allerdings häufiger schwere Verläufe mit Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Versorgung und Beatmung.
  • Vorerkrankungen, mütterliches Alter über 35 und Adipositas stellen Risikofaktoren für einen schweren Infektionsverlauf dar.
  • Schwangere Frauen mit COVID-19-Infektion weisen eine höhere Frühgeburtsrate im Vergleich zu Müttern ohne Erkrankung in der Schwangerschaft auf.
  • Bei altersentsprechend niedriger Gesamt-Mortalität ist die Sterblichkeit von Schwangeren mit COVID-19 jedoch deutlich erhöht.
  • Eine mögliche prä- und perinatale Übertragung von der Mutter auf das Kind wird in einigen Fallberichten beschrieben. Neonatale Infektionen sind selten symptomatisch und die Infektionsrate ist nicht höher, wenn das Kind vaginal geboren, gestillt wird oder bei der Mutter verbleibt.
  • Durch Impf-Immunisierung gebildete Antikörper stellen nach Sezernierung in die Muttermilch einen potentiellen Infektionsschutz des Säuglings da.

2. COVID-Impfung

  • Aus drei Impfmonitoring-Systemen der USA (v-safe, v-safe pregnancy registry und Vaccine Adverse Event Reporting System VAERS der FDA und CDC) sind Daten zur Sicherheit von SARS-CoV-2-Impfstoffen der Hersteller BioNTech/ Pfizer und Moderne bei Schwangeren ausgewertet worden. Insgesamt wurden Daten von mehr als 35.000 Teilnehmerinnen zwischen 16 und 54 Jahren erhoben, bei denen zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine Schwangerschaft belegt war oder diese zeitnah eingetreten ist. Die Analysen ergaben keine Hinweise darauf, dass diese beiden mRNA-Vakzine für schwangere Frauen weniger sicher sein könnten als für die weibliche Normalbevölkerung. Auch Fehlgeburten waren nicht häufiger als in vergleichbaren Populationen ungeimpfter Frauen. Die Ergebnisse stammen aus einer Registeranalyse und sind als vorläufig zu betrachten. Kontrollierte Plazebo kontrollierte Studien mit Schwangeren stehen aus. Dennoch werden diese Ergebnisse von Experten als Grundlage für eine mögliche Entscheidungsfindung zur Frage der Impfung von Schwangeren gesehen.
  • Tierexperimentelle Untersuchungen des Impfstoffherstellers Moderne berichteten keinen negativen Effekt auf die weibliche Fertilität, die embryonale/ fetale oder die nachgeburtliche Entwicklung.
  • Spezifische Risiken durch Tot-Impfstoffe sind in der Schwangerschaft sind nicht bekannt.
  • Tierexperimentelle Daten zeigen, dass mRNA maximal für 72 Stunden an der Einstichstelle und in den ableitenden Lymphknoten zu finden ist. Das Risiko eines Einbaus in das zelleigene Genom ist nicht plausibel.
  • Der Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion für die schwangere Frau ist mit dem gleichen hohen Wirkungsgrad der Impfung anzunehmen, wie dies in den bisherigen Studien für nicht-schwangere Frauen gezeigt werden konnte.
  • Es ist nicht zu erwarten, dass das Nebenwirkungsprofil einer Impfung gegen COVID-19 bei Schwangeren von Nicht-Schwangeren abweicht.

3. Empfehlung zur Frage der Impfung (neu 18.05.2021)

  • Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt nun auch Schwangeren „mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“, sich nach einer individuellen Abwägung gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Grund dafür ist das erhöhte Risiko schwerer Krankheitsverläufe in dieser Gruppe. Eine generelle Impfempfehlung für Schwangere gibt es von Seiten der STIKO jedoch noch nicht, auch wenn die WHO eine priorisierte Corona-Impfung von Schwangeren empfiehlt und die meisten europäischen Nachbarländer dies bereits zu umsetzen.
  • Für Frauen mit Kinderwunsch ist es wichtig, dass es bisher keine Hinweise darauf gibt, dass mRNA-Impfstoffe die Fertilität beeinträchtigen. Eine Schwangerschaftsverhütung nach Impfung ist nicht erforderliche. Eine „akzidentelle Impfung“ von Frauen bei noch unbekannter Schwangerschaft stellt keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar. Frauen, die nach der ersten Dosis des Impfstoffs schwanger werden sollten auch die zweite Dosis erhalten.