Social Freezing in Berlin: Eizellen einfrieren für später
Das Wichtigste in Kürze
Beim Social Freezing lassen Frauen ohne akuten medizinischen Grund unbefruchtete Eizellen einfrieren, um sie später für eine Schwangerschaft zu nutzen. Die Eizellen behalten die Qualität des Alters, in dem sie entnommen wurden.
Je jünger die Frau bei der Entnahme ist, desto besser sind die späteren Chancen. Eine Garantie auf ein Kind gibt es nicht. Die Kosten tragen Sie selbst.
Für wen ist Social Freezing sinnvoll?
Social Freezing ist eine Option für Frauen, die sich ein Kind wünschen, aber jetzt noch nicht schwanger werden können oder wollen, etwa ohne passenden Partner, wegen Ausbildung oder Beruf.
Im Idealfall findet die Eizellentnahme bis zum 35. Lebensjahr statt, weil danach Zahl und Qualität der Eizellen deutlich abnehmen. Auch später kann es sinnvoll sein. Dann sind mehr Eizellen und eventuell mehrere Entnahmen nötig. Wir beraten Sie individuell.
Vorab bestimmen wir Ihre Eizellreserve, unter anderem mit dem AMH-Wert und einem Ultraschall. So lässt sich abschätzen, wie viele Eizellen eine Stimulation voraussichtlich ergibt. Das bietet auch unser Ferti-Check.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Beratung und Untersuchung. Wir besprechen Ihre Ziele, bestimmen die Eizellreserve und erklären Kosten und Risiken.
- Hormonelle Stimulation. Etwa 7 bis 11 Tage lang spritzen Sie sich Hormone, damit mehrere Eizellen heranreifen. Ultraschall- und Blutkontrollen begleiten die Behandlung.
- Eizellentnahme. In einer kurzen Narkose entnehmen wir die Eizellen über die Scheide, unter Ultraschallsicht. Der Eingriff dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Am selben Tag gehen Sie in Begleitung nach Hause.
- Einfrieren (Vitrifikation). Unser IVF-Labor friert die reifen Eizellen unbefruchtet in Sekundenschnelle ein und lagert sie in flüssigem Stickstoff.
- Spätere Verwendung. Wenn Sie schwanger werden möchten, tauen wir die Eizellen auf und befruchten sie mit ICSI, mit dem Samen Ihres Partners oder mit Spendersamen. Anschließend folgt ein Embryotransfer wie bei der IVF.
Chancen und Grenzen
Die späteren Chancen hängen vor allem von zwei Dingen ab: Ihrem Alter bei der Entnahme und der Zahl der eingefrorenen Eizellen. Nicht jede Eizelle übersteht das Auftauen, wird befruchtet und entwickelt sich zu einem Embryo.
Wie viele Eizellen wir Ihnen in Ihrem Alter empfehlen, besprechen wir anhand Ihrer Befunde.
Social Freezing ist eine Rücklage, keine Garantie. Eine spätere natürliche Schwangerschaft bleibt möglich, die eingefrorenen Eizellen werden dann einfach nicht gebraucht.
Die Risiken der Stimulation und der Entnahme entsprechen denen einer IVF, etwa ein Überstimulationssyndrom, Blutung oder Infektion.
Kosten
Social Freezing ist eine Selbstzahlerleistung. Die Krankenkassen übernehmen es nicht.
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Stimulationszyklus mit Entnahme und Einfrieren | ca. 1.800 – 3.800 €, je nach Anzahl der Eizellen |
| Medikamente für die Stimulation | ca. 800 – 1.500 € |
| Narkose | ca. 350 € |
| Lagerung pro Jahr | ca. 360 – 430 € |
| Spätere Befruchtung und Transfer | nennen wir Ihnen im Kostenvoranschlag |
Für einen Zyklus mit Medikamenten und Narkose ergeben sich damit etwa 2.950 – 5.650 €, zuzüglich der jährlichen Lagerung.
Anders beim Medical Freezing: Steht eine Behandlung an, die die Fruchtbarkeit schädigen kann, etwa eine Chemotherapie, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse seit 2021 in den meisten Fällen das Einfrieren und Lagern von Eizellen (§ 27a Abs. 4 SGB V). Für Frauen gilt das bis zum 40. Geburtstag. Als Mitglied im Netzwerk FertiPROTEKT sind wir auf diese Situation eingestellt. Sprechen Sie uns in diesem Fall möglichst früh an, oft muss es schnell gehen. Bei hormonabhängigen Tumoren ist ein angepasstes Vorgehen nötig; bitte sprechen Sie uns darauf an.
Was rechtlich gilt
- Ihre Eizellen gehören Ihnen. Nur Sie entscheiden, ob und wann sie verwendet oder vernichtet werden.
- Keine gesetzliche Höchstdauer für die Lagerung unbefruchteter Eizellen. Die Lagerung wird vertraglich geregelt und jährlich verlängert.
- Keine Weitergabe an andere Frauen. Die Eizellspende ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten. Eingefrorene Eizellen können nur für Ihre eigene Behandlung verwendet werden.
Altersgrenze in unserer Praxis
Die Altersgrenze ist eine Regel unserer Praxis, kein Gesetz. Ab dem 45. Geburtstag ist die Schwangerschaftsrate mit frisch entnommenen Eizellen so gering, dass wir keine neue Kinderwunschbehandlung beginnen. Über die Verwendung zuvor eingefrorener, in jüngerem Alter entnommener Eizellen entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell. Schwangerschaftsrisiken steigen mit dem Alter deutlich.
Häufige Fragen
Wie lange können Eizellen eingefroren bleiben?
Nach heutigem Wissen verlieren vitrifizierte Eizellen durch längere Lagerung nicht an Qualität. Entscheidend ist das Alter bei der Entnahme, nicht die Dauer der Lagerung. Eine gesetzliche Höchstdauer gibt es nicht. Die Lagerung verlängern Sie jährlich per Vertrag.
Brauche ich einen Partner, um die Eizellen später zu nutzen?
Nein. Die Eizellen können später mit dem Samen eines Partners oder mit Spendersamen befruchtet werden. Wir behandeln auch alleinstehende Frauen und Frauenpaare. Die Befruchtung erfolgt erst, wenn Sie die Eizellen tatsächlich verwenden möchten.
Verringert Social Freezing meine natürliche Fruchtbarkeit?
Nein. Bei der Stimulation reifen Eizellen heran, die in diesem Zyklus sonst ohnehin zugrunde gegangen wären. Ihre Eizellreserve für die Zukunft wird dadurch nach heutigem Wissen nicht verbraucht. Eine spätere natürliche Schwangerschaft bleibt möglich.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Beim Social Freezing ohne medizinischen Grund nicht, die Kosten tragen Sie selbst. Anders ist es vor einer Behandlung, die die Fruchtbarkeit schädigen kann, etwa einer Chemotherapie. Dann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in den meisten Fällen das Einfrieren und Lagern der Eizellen.
Ihr nächster Schritt
Im Beratungsgespräch schätzen wir Ihre Eizellreserve ein und besprechen, ob und wann Social Freezing für Sie sinnvoll ist. Termin online buchen oder zum nächsten kommen.
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