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Erfolgsaussichten

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer Kinderwunschbehandlung?

Ehrliche Zahlen statt Versprechen: Was Schwangerschafts- und Geburtenraten wirklich bedeuten – und woher sie stammen.

Zuletzt aktualisiert am

Die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung hängen vor allem vom Alter der Frau, der Ursache des unerfüllten Kinderwunsches und der Anzahl der Behandlungszyklen ab. Als Orientierung dienen die bundesweiten Durchschnittswerte des Deutschen IVF-Registers (DIR); Ihre persönliche Prognose besprechen wir individuell.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer IVF-Behandlung?

Im bundesweiten Durchschnitt führte 2024 rund 30,5 % der Embryotransfers im Frischzyklus zu einer Schwangerschaft, im Auftau-/Kryozyklus 31,5 % (2024). Die Geburtenrate pro Transfer lag 2023 bei 22,5 % (Frischzyklus). Besonders in Kryozyklen ist die Schwangerschaftsrate über die Jahre gestiegen – von 26,2 % (2017) auf 31,5 % (2024). Entscheidend für eine realistische Erwartung ist jedoch nicht ein einzelner Zyklus, sondern die kumulative Chance über mehrere Versuche – und vor allem das Alter der Frau. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Deutschen IVF-Register (Jahrbuch 2024) und beziehen sich auf die Behandlungszyklen des Jahres 2023.

Wie wirkt sich das Alter der Frau auf die Erfolgschance aus?

Das Alter der Frau ist der wichtigste Einflussfaktor: Mit steigendem Alter sinken Zahl und Qualität der Eizellen, wodurch die Schwangerschaftsrate pro Transfer deutlich abnimmt. Bis etwa 35 Jahre sind die Chancen am höchsten, ab 40 Jahren fallen sie merklich. Die folgende Tabelle zeigt die altersabhängigen Durchschnittswerte des Deutschen IVF-Registers – aufgeschlüsselt nach einzelnem Lebensjahr, so wie das Register sie veröffentlicht.

Bundesweite Durchschnittswerte – nicht die Zahlen unserer Praxis. Angaben pro Embryotransfer, ausschließlich Frischzyklen (IVF und ICSI zusammengefasst), Behandlungsjahr 2023. Das Register veröffentlicht die Werte pro einzelnem Lebensjahr.

Erfolgsraten nach Alter der Frau (Frischzyklen, Deutsches IVF-Register)
Alter der Frau (Jahre)Embryotransfers (Anzahl)Schwangerschaft pro TransferGeburt pro Transfer
≤ 2418442,9 %32,6 %
2537438,9 %31,3 %
2651645,2 %36,4 %
2765342,4 %35,4 %
281.06043,4 %32,6 %
291.39940,9 %33,6 %
301.88638,3 %30,1 %
312.43438,7 %30,0 %
322.90938,3 %30,0 %
333.27036,3 %29,1 %
343.64137,9 %29,3 %
353.86135,4 %26,3 %
363.77132,0 %24,0 %
373.62731,5 %22,4 %
383.70328,1 %18,5 %
395.27425,8 %16,2 %
402.30823,1 %13,8 %
412.08520,3 %10,4 %
421.68515,4 %7,7 %
431.04312,0 %4,3 %
446417,8 %2,8 %
≥ 454624,6 %0,4 %

Quelle: Deutsches IVF-Register (D·I·R)®, Jahrbuch 2024, Sonderausgabe für Paare (11/2025). Datenbasis: Behandlungszyklen 2023, ausschließlich Frischzyklen, IVF und ICSI zusammengefasst. Angaben jeweils pro Embryotransfer. Die Geburtenrate pro Transfer ist aus den vom D·I·R veröffentlichten absoluten Geburten- und Transferzahlen berechnet. Individuelle Ergebnisse können abweichen.

Was bedeutet „Schwangerschaftsrate pro Transfer" – und wieso ist die Geburtenrate die ehrlichere Zahl?

Die „Schwangerschaftsrate pro Transfer" gibt an, wie oft nach dem Einsetzen eines Embryos eine Schwangerschaft festgestellt wird – sie sagt aber noch nichts über eine tatsächliche Geburt aus. Die Geburtenrate pro Transfer (auch „Baby-take-home-Rate" genannt, in der Tabelle als „Geburt pro Transfer") beschreibt dagegen den Anteil der Transfers, an deren Ende ein lebend geborenes Kind steht, und ist damit die ehrlichere Kennzahl. Weil nicht jede Schwangerschaft ausgetragen wird, liegt die Baby-take-home-Rate immer unter der Schwangerschaftsrate. Wir nennen Ihnen bewusst beide Werte.

Wie viele Behandlungszyklen sind realistisch nötig?

Viele Paare benötigen mehr als einen Versuch: Die Chance auf eine Schwangerschaft steigt kumulativ über mehrere Transfers deutlich an – bundesweit von 33,8 % nach dem ersten Transfer auf 69,0 % nach vier und 74,6 % nach mehr als vier Transfers. Im Durchschnitt waren 2023 rund 1,9 Behandlungszyklen pro Frau nötig. Nach einem Frischtransfer und zwei Auftautransfern kann sich etwa die Hälfte der Paare über die Geburt eines Kindes freuen – obwohl nur ein frischer Behandlungszyklus stattgefunden hat. Wie viele Zyklen in Ihrem Fall sinnvoll sind, hängt von Alter, Diagnose und dem Ergebnis der ersten Behandlung ab und wird individuell besprochen.

Wie die Chance über mehrere Embryotransfers zusammengenommen steigt – unabhängig davon, ob Frisch- oder Auftautransfer.

Kumulative Schwangerschaftsrate über mehrere Transfers
Nach … TransfersKumulative Schwangerschaftsrate
133,8 %
253,0 %
363,6 %
469,0 %
> 474,6 %

Quelle: Deutsches IVF-Register (D·I·R)®, Jahrbuch 2024. Kumulative Schwangerschaftsrate der Behandlungszyklen 2020–2023, unabhängig von Frisch- oder Auftautransfer, Nachverfolgung bis 31.12.2024.

Woher stammen diese Zahlen?

Die genannten Durchschnittswerte stammen aus dem Deutschen IVF-Register (DIR), das die Ergebnisse nahezu aller reproduktionsmedizinischen Zentren in Deutschland jährlich erfasst und veröffentlicht – für den Jahrgang 2024 lieferten 139 von 142 Mitgliedszentren Daten. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahrbuch 2024 (Sonderausgabe für Paare) und die Behandlungszyklen des Jahres 2023. Unsere eigenen Praxiszahlen weisen wir gesondert aus und vermischen sie nicht mit den bundesweiten Durchschnittswerten.

Quelle

Deutsches IVF-Register (D·I·R)®, Jahrbuch 2024 – Sonderausgabe für Paare (11/2025). Datenbasis: Behandlungszyklen 2023. Zum Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers

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